Frühling und Neuanfänge

Ich liebe den Frühling. Ich liebe es, wenn neue Blätter sprießen, die noch ganz zart und grün sind. Ich liebe, dass es nun länger hell ist und die Sonne so oft scheint. Ich liebe den Frühling, weil er mich daran erinnert, dass nach Kälte, Dunkelheit und Wintermatsch auch wieder die Sonne und das Licht kommen. (und jetzt mal #deeptalk bisschen zurückschrauben ;). )

Aber nicht nur die Jahreszeiten ändern sich grob gesagt alle 3 Monate: Momentan fällt mir auf, dass sich jedes Jahr, ja sogar fast jedes Vierteljahr für mich irgendwie anders anfühlt.

Mittlerweile haben einige Leute mein Leben wieder verlassen und dafür sind neue an deren Plätze getreten. Ich beschäftige mich mit anderen Sachen, lege mehr Wert auf Dinge, die mir vorher egal waren und fühle mich irgendwie anders fokussiert. Ich hab neue Ziele und Wünsche und finde Sachen nicht mehr gut, die ich davor unterstützt habe und umgekehrt.

Ich glaube, ich bin nicht mehr der Mensch, der ich vor kurzer Zeit noch war. Und ich finde den Gedanken anstrengend, mich alle paar Monate neu zu reflektieren und ein bisschen übertrieben gesagt auch neu ,kennenzulernen‘, in wen oder was ich mich entwickelt habe.

Wenn Einstellungen, Gedanken und Gefühle so schnell im Wandel sind, wie soll man dann herausfinden wer und wie man im Kern tatsächlich ist?

Und grade frage ich mich, ob das denn ein Leben lang so geht… ist man selbst wirklich immer so stark im Wandel? Ändern sich Einstellungen, Umstände und Lebensgefühl denn tatsächlich so rasend schnell oder ist das nur ein ,Symptom‘ der jungen 20er?

Vor einigen Wochen war ich auf einer Veranstaltung (okay, es war ein Gottesdienst und das ist cooler, als das, was du damit vielleicht im ersten Moment assoziierst) bei der man auf einen Zettel seine momentane Angst schreiben sollte. Damals habe ich ,Angst vor Stillstand‘ drauf geschrieben… gemeint hab ich damit die Angst, dass manche Dinge einfach so bleiben und sich nicht mehr verbessern und man irgendwann einsehen muss, dass man eben mit dem momentan Zustand leben muss.
Wie ironisch, dass sich diese Angst grade ja mal so gar nicht bewahrheitet.
Einerseits ist das ja gut, weil sich negative Situationen so auch bald wieder zum Guten wenden können, andererseits zeigt mir das aber auch mal wieder, wie unbeständig positive Dinge sind.

In drei Monaten lese ich dann erneut diesen Artikel und hab vielleicht eine komplett veränderte Einstellung und Sichtweise dazu. …auf meinem nächsten Zettel steht dann vielleicht ,Angst vor Unbeständigkeit‘ – ich bin gespannt.

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