weekend vibes

Samstag waren wir endlich mal wieder feiern.
Vortrinken mit guten Freunden, lachend mit der Bahn durch die Nacht fahren, in der Schlange stehen, bisschen mit den Türstehern quatschen, reingehen, Eintritt zahlen, Handykamera abkleben, sich kurz „orientieren“, Garderobe suchen, die Floors erkunden um in der Masse unterzugehen, tanzen.
Ich kann mit Clubs, die Charts spielen oder für die man sich hohe Schuhe anziehen muss wenig anfangen. Und man muss sagen, dass es wirklich gute Electro-Clubs in Berlin gibt. Berlin never sleeps.

Aber manchmal bin ich da und spüre so eine Leere. Nicht immer in mir selbst, aber in den Leuten um mich rum. Dieser Hunger nach Anerkennung und Akzeptanz, den man so oft versucht mit wummernden Bässen und dem aufregendem Versprechens dieser prickelnden Flüssigkeit im Glas zu befriedigen.
Es ist eine interessante und spannende Welt und ich liebe die Musik und die Authentizität die man hier findet. Aber es ist auch eine dunkle, kaputte und abgefuckte Welt, die irgendwie fake ist. Weil so getan wird, als wenn es normal und cool wäre, dass Menschen neben dir auf dem Sofa abhängen und sich grad mal ne Line Keta ballern.
Klar, Drogen gab es schon immer und wird es auch immer geben und ich selbst wäre nicht die beste Person, die mit „illegalize it“ Schildern auf den Barrikaden stehen würde
… aber es macht mich traurig, zu sehen, dass so viele Leute innerlich kaputt sind.
Und nach Erfüllungen an Orten und in Dingen suchen, in denen sie diese nicht finden werden. Oder nur so lange, bis das high wieder nachlässt und die Farben und Reize wieder ihre ursprüngliche Intensität einnehmen.
Ich bin selbst manchmal hin und hergerissen und muss mich hinterfragen, ob ich jetzt weggehe, um mich gut zu fühlen oder ob ich mich gut fühle und deswegen weggehe.
Aber eigentlich will ich tanzen gehen, um das Leben zu feiern und mich von der Musik treiben zu lassen, nicht um mich von irgendetwas abzulenken oder um Dinge zu vergessen, die am nächsten Tag doppelt zurückkommen.
Die Feierszene übt Faszination aus, sie kann dich in ihren Bann ziehen, eine Weile mit dir spielen und dich umschmeicheln aber genauso schnell auch wieder ausspucken. Fast alle Dinge bestehen aus Segen oder Fluch, aber ich glaube, dass besonders diese Welt ein Spiel mit dem Feuer sein kann.
Und die Frage am Ende ist immer: Was bleibt?

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